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Meldung vom 26.07.2010

Meinungsaustausch über die Olympiabewerbung - Vertreter der SPD BGL zu Gast im Münchner Rathaus

OlympiagesprächMünchen, Garmisch-Partenkirchen, das Berchtesgadener Land und auch Traunstein – in allen diesen Regionen wird momentan kontrovers über die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele im Jahre 2018 diskutiert. Auf Einladung der Münchner SPD und Stadtratsfraktion haben sich vor kurzem sozialdemokratische Kommunalpolitiker aus allen betroffenen Landkreisen im Münchner Rathaus zu einer kritischen Bestandsaufnahme gemeinsam mit Oberbürgermeister Christian Ude getroffen. Die heimische SPD wurde durch den Kreisvorsitzenden Roman Niederberger und den Sprecher der Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner vertreten.

OB Christian Ude wies in seinen einleitenden Worten auf die Chancen hin, die eine erfolgreiche Bewerbung für die Winterspiele 2018 aus seiner Sicht nicht nur für München, sondern für alle beteiligten Regionen und Wintersportort mit sich bringt. Er sprach die Diskussion über den Standort für die Langlauf- und Biathlonwettbewerbe in Oberammergau an und begrüßte die nun erfolgte Festlegung auf das Gut Schwaiganger. Scharf kritisierte der Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang die CSU in Garmisch-Partenkirchen: „Erst über Jahre hinweg eine Bewerbung unterstützen und dann plötzlich eine Kehrtwende zu machen ist für mich unverständlich“, so Christian Ude. Ansonsten werde er sich in keinem der Olympiastandorte außerhalb Münchens in die dortigen Grundstücksangelegenheiten einmischen. „Der Herr Landrat Grabner macht mir auch keine Vorschriften, wo in München einzelne Wettbewerbe stattzufinden haben“, erklärte der OB schmunzelnd.

Die Fraktionsvorsitzende der Garmischer SPD Sigrid Meierhofer beklagte die mangelhafte Informationspolitik in ihrer Gemeinde. „Viele unserer Schwierigkeiten beim Grundstückserwerb haben mit überzogenen Plänen vor Ort, mangelnder Information und schlechter Verhandlungsführung zu tun“, so Sigrid Meierhofer. Die SPD Garmisch-Partenkirchen habe von Anfang an klar Farbe bekannt und Leitlinien mit finanziellen, sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen für die Olympiabewerbung erarbeitet.

„Wir wollen ein kompaktes Konzept, dass den Umweltschutz in den Mittelpunkt stellt“, stimmte ihr Christian Ude zu. Im Gegensatz zu vielen früheren Olympischen Spielen sei bei der Münchner Bewerbung nicht nur die Infrastruktur der Sportstätten größtenteils vorhanden. Auch das Hotelangebot stehe an allen Standorten ausreichend zur Verfügung. Ausdrücklich nahm er auch noch einmal zu den finanziellen Risiken deutlich Stellung: „Jedem ist klar, dass mögliche Defizite – die übrigens bei keinen der vergangenen Olympischen Winterspiele angefallen sind – nicht von Garmisch oder dem Berchtesgadener Land getragen werden können. Hier sind der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München in der Pflicht“, stellte er klar und strafte alle jene Lügen, die ein finanzielles Horror-Szenario prognostizieren.

„Wir unterstützen die bayerische Olympiabewerbung. Trotzdem bleibt vielen Bürgern unverständlich, warum man nicht auch bei Langlauf und Biathlon auf die bestehenden Sportstätten in Ruhpolding zurückgreift“, sprach der stellvertretende Traunsteiner Landrat Sepp Konhäuser eine weitere Debatte an. „Alle Wintersportverbände und das IOC haben von Anfang an ganz klar gemacht: Die Bewerbung hat nur dann eine Chance, wenn es kompakte Spiele an zwei sogenannten Clustern gibt.“ Jede weitere Aufsplitterung hätte das Scheitern der Bewerbung zur Folge, antwortete Christian Ude.

Hans Metzenleitner erinnerte an die früheren Olympiabewerbungen des Berchtesgadener Landes gemeinsam mit Salzburg. „Ich selber habe wie viele Sozialdemokraten in unserem Landkreis gegen die Beton- und Kahlschlag-Spiele früherer Bewerbungen gekämpft. Aber man muss anerkennen, dass die jetzige Bewerbung einen anderen Weg geht“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende aus Bischofswiesen. Auch ihm wäre zwar eine Nutzung der Ruhpoldinger Sportstätten und damit ein vollständiger Verzicht auf neue Sportstätten aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen lieber, so Hans Metzenleitner. „Aber vom Berchtesgadener Land aus werden wir dem IOC nicht neue Richtlinien diktieren können“, meinte er. Aus Berchtesgadener Sicht bezeichnete er es als wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vernünftig, die Bob- und Rodelbahn am Königssee als eine über Jahrzehnte bewährte Sportstätte zur Verfügung zu stellen. Die auch ohne Olympia notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten an der Bahn konnten somit mit einem deutlich geringeren Landkreis-Anteil geschultert werden. „Ohne die Olympiabewerbung wär’s teurer geworden!“ Und aus der Durchführung der Spiele selbst könne für den Landkreis und die Kommunen kein finanzielles Risiko entstehen. Hans Metzenleitner war sich mit Roman Niederberger einig: „Wenn Olympia, dann richtig: mit einem Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und einer nachhaltig nutzbaren Infrastruktur“.

Zum Ende des Treffens vereinbarten die Teilnehmer einen regelmäßigen Informationsaustausch, um gemeinsam schneller auf neue Entwicklungen reagieren zu können.



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