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Meldung vom 25.06.2010
MdB Dr. Kofler zu Besuch im Familienbetreuungszentrum Bad Reichenhall
Seit Beginn der Auslandseinsätze der Bundeswehr wurden in ganz Deutschland flächendeckend 31 so genannte Familienbetreuungszentren eingerichtet. Ihre Aufgabe ist die einer wohnortnahen, zentralen Ansprechstelle für die Familienangehörigen der im Einsatz befindlichen Soldaten. Eines dieser Zentren besteht in der General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall und wird von Oberstabsfeldwebel Ulrich Körner geleitet.
Die hiesige Stimmkreisabgeordnete der SPD, Dr. Bärbel Kofler, besuchte dieses Familienbetreuungszentrum, um sich insbesondere im Hinblick auf den laufenden Afghanistaneinsatz der Gebirgsjägerbrigade 23 vor Ort in über die Aufgaben, aber auch die Probleme dieser Einrichtung einweisen zu lassen. Sie wurde vom Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes im Berchtesgadener Land, Roman Niederberger, sowie seinem Stellvertreter, Klaus Gerlach, begleitet.
Zurzeit betreut das Reichenhaller FBZ 385 Angehörige von 264 Soldaten, die mit Schwerpunkt im Afghanistan-Einsatz sind. Diese Zahl wird in den nächsten Monaten erheblich anwachsen, wenn weitere Truppenteile der Brigade Soldaten in dieses Land entsenden. So wird z.B. ab Herbst das Gebirgsjägerbataillon 232 aus Bischofswiesen mit der Masse seiner Kräfte ebenfalls nach Afghanistan verlegen. Zur Verdichtung der Betreuungsorganisation wird dann in der Jägerkaserne in Bischofswiesen für die Zeit des Einsatzes vorübergehend eine zusätzliche Familienbetreuungsstelle eingerichtet.
Oberstabsfeldwebel Körner erläuterte der Abgeordneten die vielfältigen Aufgaben seiner Dienststelle. Er sieht die Betreuungsaufgaben des FBZ als Angebot an Familienangehörige, das helfen soll, die Angehörigen über die Lage im Einsatzland zu informieren, den Kontakt zu den betroffenen Soldaten zu halten und Hilfen ganz praktischer Art für die Zeit des Einsatzes und der Trennung anzubieten. In der Praxis reicht dieses Angebot vom einfachen Zuhören, wenn Angehörige einen Ansprechpartner für ihre Sorgen und Probleme brauchen, bis zur Hilfe bei alltäglichen administrativen Problemen. Dazu arbeitet das FBZ in einer Art Drehscheibenfunktion mit den verschiedensten Stellen zusammen. Dazu gehören u.a. verschiedene Ämter, Sozialdienste, Schulen, die Militärseelsorge, die Truppenverwaltung, der truppenpsychologische Dienst, der Sozialdienst der Bundeswehr und die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr. Da ein wirkungsvolles Arbeiten in diesem Bereich voraussetzt, dass zwischen dem FBZ und den Angehörigen ein Vertrauensverhältnis besteht, werden die Angehörigen bereits vor Beginn sowie später auch regelmäßig während und nach dem Einsatz zu Veranstaltungen eingeladen. Diese Veranstaltungen können gemeinsame Ausflüge, Grillfeste oder Kaffeerunden sein. Es werden aber auch in Zusammenarbeit mit der Militärseelsorge Rüstzeiten angeboten. Auf Antrag werden für die Fahrt zu diesen Veranstaltungen sogar die Kosten übernommen.
MdB Dr. Bärbel Kofler wird im Oktober selbst mit einer Parlamentarierdelegation nach Afghanistan reisen und wollte daher wissen, wie stark von dem Angebot der FBZ Gebrauch wird. Oberstabsfeldwebel Körner antwortete, dass insbesondere auch durch den gefährlich gewordenen Einsatz in Afghanistan die Sorge und Angst der Angehörigen um ihre Soldaten zugenommen habe und deshalb die Anforderungen an seine Dienststelle gewachsen seien. Wichtig sei es dabei für die Angehörigen ständig erreichbar zu sein. Dies ist mit der knapp bemessenen Personalausstattung des Zentrums mit nur 4 Soldaten schwierig, werde aber dennoch geleistet. So ist z. B. er oder sein Stellvertreter über eine Hotline telefonisch rund um die Uhr immer erreichbar.
Die Politiker dankten Oberstabsfeldwebel Körner für seine Informationen und Dr. Bärbel Kofler unterstrich dabei, wie wichtig auch für die Soldaten im Einsatz das Wissen darum sein muss, dass in der Heimat die Familienbetreuungszentren ihren Angehörigen bei der Lösung von Problemen helfen können, für die sie selbst vorübergehend nicht zur Verfügung stehen. Dieses Wissen ist nicht zuletzt auch wichtig für die Moral der Truppe im Einsatzland.
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