13.07.2018

SPD BGL-Süd auf der Stubenalm

Bild: Links bergauf 2018 Süd
Vorne: Landtagskandidatin Susanne Aigner, GR H.Metzenleitner (Biwie) und GR A.Pfnür (Schönau)
Wanderung
„Mit links bergauf!“ Unter diesem Motto lud die Talkessel-SPD zusammen mit der Landtagskandidatin Susanne Aigner und dem ehemaligen SPD-Landwirtschaftsexperten im Bayerischen Landtag, Gustav Starzmann, zu einer kleinen Bergtour auf die Stubenalm ein. Zu Gast waren die Lokalpolitiker beim Kaser vom Unteraschauer Almbauern Martin Fendt. Angeregte politische Gespräche auf dem Weg zur Alm, intensives Naturerleben, ein hoch interessanter Fachvortrag vom Almbauern über deren Freud und Leid, aber auch kulinarische Genüsse in geselliger Runde machten den Tag für alle zu einem Erlebnis. Der Bischofswieser „Hendlbrater“ Franz Punz versorgte die Runde mit ausgesuchtem Grillgut und kühlen Getränken.

„Das Leben und die Arbeit auf der Alm ist nicht nur romantisch“! Mit dieser klaren Aussage holte Fendt die Anwesenden auf die Realitätsebene herunter. Seit 1593 gehöre die Alm auf der „Stubn“ zum Bischofswieser Talbetrieb und solange er sich zurückerinnern kann, sei diese Alm vom Talbetrieb aus stets bestoßen worden. Nach wie vor werde diese Alm traditionell „befahren“, traditionell bewirtschaftet sowie brauchtumsgemäß abgetrieben, nicht mit Viehtransportern, sondern zu Fuß und mit Fuikln, sofern der Almsommer unfallfrei verlaufen ist. Mit einer solchen Alm werde niemand reich, außer reich an Arbeit, gab Fendt seinen Gästen mit. Entweder man ist mit ganzem Herzen Almbauer oder lieber gar nicht!
Erfreut zeigte sich der „Unteraschauerer“ über die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. So zäh sich bisweilen die Verhandlungen über die Trennung von Wald und Weide auch gestalteten – unterm Strich hätten sich die Verhandlungen mit dem Nationalpark aus seiner Sicht gelohnt: Für seine 21 Stück Vieh stehen statt der ursprünglichen 4 Hektar Lichtweide heute 30 Hektar als Ausgleich für die weggefallene Waldweide zur Verfügung. Und durch diese Trennungsmaßnahme sei er keinen Beschränkungsmaßnahmen mehr unterworfen, was die Viehstückzahl oder den Weidezeitraum betrifft. „Wir sind heute gut dran und haben eine ausreichende Weidefläche“, freute sich Martin Fendt. Auch die Zusammenarbeit mit der benachbarten Bischofswieser Gemeindealm und deren Pächter, gestalte sich für beide Seiten zum Vorteil. So teile man sich eine Sennerin für die Bewirtschaftung beider Almen.

Große Sorgen bereite ihm allerdings die Ausbreitung des Wolfs. Alle bisher diskutierten Pläne eines effektiven Wolfmanagements bezeichnete der Nebenerwerbslandwirt als unausgegoren. Er empfand es als nahezu zynisch, für potentiell gerissene Kälbchen oder Jungtiere zwar einen finanziellen Ausgleich zu erhalten, der jedoch nie und nimmer den Verlust eines Tieres, das auf einen individuellen Namen hört, und einem ans Herz gewachsen ist, aufwiegen könne. Er könne sich ein Nebeneinander von Wolf und Almwirtschaft in einem so kleinen Areal wie dem Nationalpark nicht vorstellen und appellierte an die Politik, die Sorgen der Almbauern ernst zu nehmen.

Landtagskandidatin Susanne Aigner nahm diesen Ball auf und zeigte grundsätzliches Verständnis für diese Konfliktsituation, die vielleicht kommen könne, nachdem es in Österreich schon zu Zwischenfällen gekommen sei. Da es sich um übergeordnetes Naturschutzrecht handle, könne dies nur auf Landesebene unter Einbezug nationalen Rechts und europarechtlicher Bestimmungen geregelt werden. Mit einer lediglich finanziellen Entschädigung für gerissene Tiere könne man sich nicht zufrieden geben. Mindestens müsse man beispielsweise die Almbauern bei der Haltung und Unterbringung von teuren Herdenschutzhunden finanziell unter die Arme greifen. Aber auch die weiter reichende Frage, inwieweit in einer engräumigen, menschlich stark genutzten Kulturlandschaft sich eine ökologische Nische für ehemals heimische Raubtierarten auftut oder nicht, scheint nach Ansicht der SPD-Landtagskandidatin noch nicht ausreichend geklärt. Unabhängig vom Mythos Wolf zeigte sie sich aber tief beeindruckt von der bäuerlichen Almwirtschaft, die nicht nur gesunde Nahrungsmittel produziert, sondern auch entscheidend das Gesicht unseres einmaligen Nationalparks prägt.





zurück
Termine
15.11.2018 19.00 Uhr
Eine Armee für Europa?

Diskussion mit Rainer Arnold, ehem. verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Dr. Bärbel Kofler, MdB
Mehr Infos...

Dr. Bärbel Kofler

Dr. Bärbel Kofler
Unsere Bundestagsabgeordnete - Für Sie in Berlin

Maria Noichl

Maria Noichl
Unsere Europaabgeordnete - Für Sie in Brüssel
Mitglied werden

SPD BGL bei Facebook

SPD BGL bei Facebook
Die SPD Berchtesgadener Land bei Facebook
Kontakt
Kohnen Rechte Susi Knoll
Die Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin der BayernSPD
Natascha Kohnen