07.12.2017

Licht und Schatten im Schienenverkehr:

Bild: Fahrplan 2017 2018
SPD BGL zu neuem Bahnfahrplan 2017 2018
Alle Jahre wieder ist es Anfang Dezember soweit: der Wechsel zum neuen Bahnfahrplan steht an. Im Gegensatz zu früheren Jahren kommt es aber am 10.12. für die Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel zu deutlichen Veränderungen. Mit diesen haben sich jetzt SPD-Vertreter aus dem Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel bei einem gemeinsamen Treffen im Bistro „Krepfei“ in Anger beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass trotz einiger Fortschritte noch viel zu tun ist für ein wirklich attraktives Angebot auf der Schiene.

„Ohne eine echte Verkehrswende gibt es weder Erfolge beim Klimaschutz noch beim Abbau der Feinstaubbelastung - und die Verkehrswende gibt es nur mit einem besseren Angebot bei den öffentlichen Verkehrsmitteln“, leitete der SPD-Kreisvorsitzende und Kreisrat Roman Niederberger das Treffen ein und stelle anschließend die wesentlichen Neuerungen des Fahr-plans 2017/2018 in der Region vor. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten für das 3. Gleis zwischen Freilassing und Salzburg finde eine scheinbar unendliche Geschichte nun endlich ihren Abschluss. Die Fahrgäste bräuchten zwar mit dem neuen dichteren Takt immer noch einen Fahrplan, aber die Chance sei ab dem 10.12. sehr gut, innerhalb von weniger als einer Viertelstunde eine Verbindung zwischen den beiden Städten zu erwischen - vor allem zu den Stoßzeiten für Pendler. Diese enge Anbindung sei lange überfällig und eine große Chance für die gesamte Region, waren sich die heimischen Sozialdemokraten einig.

Der große Wermutstropfen sei nach wie vor die fehlende Barrierefreiheit am Freilassinger Bahnhof, ergänzte SPD-Vorstandsmitglied Markus Aicher. Mit dem geplanten Baubeginn Ende 2019 sei zwar auch hier endlich Besserung in Sicht, aber in der Zwischenzeit müssten sich weiterhin Menschen mit Behinderung, Senioren und Familien und Reisende mit schwerem Gepäck mit den Treppen abmühen. Auf einen weiteren „wunden Punkt“ kam die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende und Laufener Stadträtin Susanne Aigner zu sprechen: auch im neuen Fahrplan bleibt es bei dem 2-Stunden-Takt zwischen Freilassing und Mühldorf. „Damit bleiben Berufspendler und Urlauber im Rupertiwinkel weiterhin von einem guten Angebot auf der Schiene abgehängt“, kritisierte sie. Die technischen Voraussetzungen seien durch die bisherigen Maßnahmen auf der Strecke geschaffen worden. Es fehle aber der Bayerischen Eisenbahngesellschaft an den nötigen Mitteln, um hier einen dichteren Takt zu schaffen. „Nach den langjährigen Bauarbeiten ist das eine herbe Enttäuschung“, stellte Susanne Aigner fest und kündigte im Namen des Kreisverbandes an, bei diesem Thema mit vollem Engagement am Ball zu bleiben.

Der Vorsitzende der SPD Kirchanschöring Guido Hillebrand kam auf die seit vielen Jahren bestehende Forderung der SPD Berchtesgadener Land nach einem vollständigen zweigleisigen und elektrifizierten Ausbau der Strecke Mühldorf - Freilassing zu sprechen. Die Begeisterung dafür halte sich in seiner Heimatgemeinde verständlicherweise in Grenzen. „Es kommt darauf an, dass die Belange der betroffenen Gemeinden und Anwohner nicht auf der Strecke bleiben und eine gute Lösung für alle Beteiligten erreicht wird “, machte er deutlich.

„Auf der Strecke Freilassing Berchtesgaden - Freilassing gibt es wenig Neues - leider!“, stellte der Vorsitzende der SPD Bad Reichenhall Guido Boguslawski fest. Die Errichtung der dringend notwendigen zusätzlichen Haltestellen ziehe sich nicht nur in Bischofswiesen, sondern auch in Bad Reichenhall weiter hin. Auch hier müssten alle politischen Ebenen zusammenwirken, um zu schnelleren Fortschritten zu kommen und mit der Beseitigung von Langsam-fahrstellen auf der Schiene auch für Entlastung auf den Straßen zu sorgen.

Zum Abschluss des Treffens kam auch noch die Situation in den Gemeinden und Ortsteilen zur Sprache, die nicht in der Nähe einer Schienenverbindung liegen. Roman Niederberger erinnerte an die derzeit laufende Arbeit an einem Mobilitätskonzept für den Landkreis: „Hier brauchen wir auch innovative Antworten, um dem sozialen Anspruch ´Mobilität für alle´ in allen Gemeinden gerecht zu werden“.

Foto: Beschäftigten sich mit dem neuen Fahrplan 2017/2018 und seinen Auswirkungen auf die Region (von links nach rechts):
Guido Hillebrand (Vorsitzender SPD Kirchanschöring), Markus Aicher (Vorstandsmitglied SPD BGL), Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender BGL), Susanne Aigner (stv. Vorsitzende SPD BGL), Guido Boguslawski (Vorsitzender SPD Bad Reichenhall)


Öffentliche Verkehrsmittel Susanne Aigner Roman Niederberger 

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